NORWEGEN • SEPTEMBER 2018 • TEIL 2

Während unserer achtägigen Reise durch Dovre und Rondane konnten wir nicht umhin, auch ein paar Stunden Zeit für die Fotografie der farbenprächtigen und imposanten Landschaft der beiden Nationalparks einzuplanen. Wie im ersten Teil schon erwähnt, kamen wir zur perfekten Zeit nach Norwegen. Der Herbst befand sich an seinem absoluten Höhepunkt, die Bergflanken und das Fjell leuchteten in den schönsten Farben.

Der Anblick, der sich uns bot war einfach nur überwältigend. Sprachlos ließen wir unsere Blicke durch die herbstliche Landschaft wandern, ständig auf der geistigen Suche nach neuen Superlativen, um das Wahrgenommene zu beschreiben. Goldgelb leuchtende Birken, rote Beerensträucher und weiße Flechtenteppiche gepaart mit verschneiten Gipfeln und einem weiß blauen Himmel gaben uns die Möglichkeit für eindrucksvolle Landschaftsaufnahmen.

Abbildung 1: Diese wunderschöne Schlucht im Rondane Nationalpark war der erste Eindruck der sich uns vom herbstlichen Norwegen bot. Er ließ uns erahnen, was noch alles auf uns warten sollte. Vorweg gesagt, jede Erwartung wurde bei Weitem übertroffen.

Willkommen in Rondane...

Gleich nach unserer Ankunft am Flughafen von Oslo brachte uns Floris in den Rondane-Nationalpark. Wir hofften auf etwas Abendlicht, doch die Witterung ließ an diesem Abend kein Licht mehr zu. Dennoch begaben wir uns zu den bekannten Rondane-Wasserfällen am Ende einer eindrucksvollen Schlucht. Trotz des fehlenden Lichts konnten wir ein paar ansprechende Bilder auf dem Chip unserer Kamera festhalten.

Rondane ist der älteste Nationalpark Norwegens, er wurde im Dezember 1962 gegründet und im Jahr 2003 zum Schutz der wilden Rentiere, deren Wanderrouten durch den Park verlaufen, auf knapp 1000 km² vergrößert. Im Park finden sich des Weiteren zehn Berggipfel, welche die 2000 Meter überschreiten. Der höchste von ihnen ist das "Rondaner Schloß" mit 2178 Metern.

Abbildung 2: In Kaskaden fällt der Wasserfall in die Schlucht. Die vorherrschende Landschaft wurde durch die letzte Eiszeit vor ca. 10.000 Jahren geformt. Das zum Ende der Eiszeit, schnell abschmelzende Eis ließ Schluchten und und tief eingeschnittene Flußtäler entstehen.

Abbildung 3: Die Wasserfälle am Ende der Schlucht waren der perfekte Einstand für unseren Trip. Eingerahmt von all den schönen Herbstfarben war es ein herrlicher Anblick auch wenn das Wetter nicht ganz mit uns war.

Und dann kam das Licht...

In der Folge sollten wir Rondane noch zwei weitere Male besuchen. Beim ersten Mal hingen graue Wolken tief in den Bergen und es kam kein Licht hindurch, trotz allem stellten wir unser Gerät auf und begannen damit Fotos zu machen, denn gerade diese Bedingungen machten es uns möglich, richtig dramatische Bilder zu schießen. Und selbst bei bedecktem Himmel leuchteten die Herbstfarben so stark, dass es einem die Sprache wieder verschlag.

Während unseres dritten und gleichzeitig letzten Besuchs in der Hochebene wurde unsere Ausdauer belohnt. An diesem besonderen Morgen kam das Licht und tauchte den Park in eine buchstäblich magische Stimmung. Die Moorbirken, die Beerensträucher, die Flechten und die Bergflanken begannen in den schönsten Farben zu erstrahlen. Diese einzigaritge Schönheit lässt sich schwer in Worten beschreiben.

Abbildung 4: Alleine den Nationalpark Rondane im Herbst zu erleben, war es wert nach Norwegen zu reisen. Die Hochebenen eingerahmt von ihren 2000ern präsentierten sich im schönsten Gewand.

Abbildung 5: Selbst unter dem grauen tristen Himmel leuchtet die Vegetation wie Fackeln in der Landschaft. Rondane im Herbst ist fast bei jedem Wetter ein Hochgenuss.

Abbildung 6: Jeder Baum und jeder Strauch im Rondane-Nationalpark ist für sich ein Kunstwerk. Tage und Wochen könnte man damit verbringen, jeden einzelnen davon zu fotografieren.

Abbildung 7: Eines Morgens war uns dann das Glück hold und die Sonne begann die Hochebene mit Licht zu fluten. Geduld macht sich eben doch manchmal bezahlt. Zwei Versuche bei bedecktem Himmel wurden nun mehr als ausreichend belohnt.

Abbildung 8: Der sehnsüchtig erwartete Moment war da, Rondane erstrahlt im goldenen Morgenlicht. Dass an diesem Morgen das Licht kommen sollte war zu erahnen, jetzt musste man sich nur noch für eines der unzähligen Motive entscheiden.

Abbildung 9: Kurze Zeit nach Sonnenaufgang stand die Hochebene in voller Beleuchtung und man konnte die Wärme der Sonne regelrecht spüren. Das Zusammenspiel der Komplementärfarben Gelb und Blau war ein wahrer Augenschmaus.

Abbildung 10: Natürlich darf auch der gute alte Sonnenstern nicht fehlen. Die Moorbirken gaben genug Gelegenheit dieses Bildelement mit einzubauen.

Dovre im Herbst...

Auch im benachbarten Dovrefjell-Sunndalsfjella-Nationalpark ließ sich die Landschaft nicht lumpen. Dieser Park wurde zwölf Jahre nach dem Rondane-Nationalpark gegründet und hieß damals nur Dovrefjell-Nationalpark. Hier galt unser Augenmerk natürlich in erster Linie den Moschusochsen. Es blieb uns aber keine andere Wahl, ob der neuerlichen Schönheit, als der traumhaften Landschaft ebenfalls die angemessene Aufmerksamkeit zu schenken.

Bei unserem ersten Besuch im Fjell bekamen wir gleich das Mega-Spektakel geliefert. Eine Schneefront zog gegen die Sonne über das Gelände und dem zur Folge entstand ein so starker Regenbogen, wie ich ihn kaum zuvor gesehen habe. Dieses Schauspiel war einfach nur atemberaubend. Problematisch war nur, dass wir alles aus dem Auto miterleben mussten und es nur von kurzer Dauer war. Es gab keine Chance das Ganze fotografisch festzuhalten, dennoch brannte sich dieser spezielle Moment tief in meine Erinnerung.

Abbildung 11: Flechten und Beerensträucher in ihrer herbstlichen Farbenpracht rahmen die kleine Holzhütte in Dovre ein. Der Abendhimmel tut sein Übriges um die Szenerie abzurunden.

Abbildung 12: Ebenfalls am Standort der Holzhütte in der, dem Sonnenuntergang abgewandten Richtung bot sich uns dieser wunder- volle Anblick. Egal wohin man hier die Kamera richtet ist fast jeder Schuss ein Treffer.

Abbildung 13: Während unseres Aufenthaltes in Dovre sind wir unzählige Male an diesem Spot vorbei gefahren. An diesem Tag war das Licht so schön, dass wir unbedingt anhalten mussten.

Abbildung 14: Die unbeschreibliche Farbenpracht des norwegischen Herbstes zeigt sich nicht nur in der weiten Landschaft, auch im Detail kommt sie sehr schön zur Geltung. Zwei unterschiedlich gefärbte Laubbäume sind völlig ausreichend für ein ansprechendes Motiv.

Abbildung 15: Geht man noch weiter ins Detail und bringt die Schärfentiefe ins Spiel, schafft man mit den Farbverläufen noch zusätzlich ein traumhaftes Buket. Der Herbst ist einfach unschlagbar schön.

Abbildung 16: An diesem Tag begaben wir uns sehr tief und sehr hoch ins Fjell, somit waren wir erst spät am Vormittag in der Lage Fotos zu machen, aber selbst um diese Tageszeit gelangen noch eindrucksvolle Aufnahmen von den Bergketten rund um den Nationalpark.

Abbildung 17: Während wir die Moschusochsen fotografierten und diese sich für eine längere Pause zur Ruhe legten, bot sich die Gelegenheit diesen Berggipfel abzulichten. An seinen Flanke staubt der Schnee in die Höhe aufgrund des sehr starken Windes, welcher an diesem Tag über das Fjell blies.

Abbildung 18: Auch wenn wir zu Beginn den eindrucksvollen Regenbogen verpasst haben, durften wir noch oft Zeugen werden von außergewöhnlichen Lichtstimmungen. Das Wort “magisch” wird sicher viel zu oft bemüht, aber über dieser Landschaft liegt wirklich ein ganz besonderer Zauber.

Abschied nehmen vom Paradies...

Jede Reise findet irgendwann ihr Ende, so auch unsere. Den letzten Fototag verbrachten wir noch einmal im Fjell bei den Ochsen. Sie befanden sich in einem lichten Birkenwald. Das Licht viel wunderbar auf die Tiere. Es versteht sich von selbst, dass wir auch hier wieder die ein oder andere Landschaftsaufnahme mitnehmen mussten.

Der letzte Sonnuntergang gehörte nicht wirklich zu den spektakulärsten, dennoch durften wir das abendliche Fjell noch einmal in den schönsten Farben ablichten. Die Abendsonne flammte die Landschaft für uns an und so viel der Abschied von den Tieren und der außergewöhnlich schönen Landschaft sehr schwer. Eines ist jedoch sicher, dieser Ausflug hat so viel Geschmack auf mehr gemacht, dass es schon sehr bald ein Wiedersehen in Norwegen geben wird.

Abbildung 19: Das goldenen Licht entflammt buchstäblich die Bäume. So eine Farbenpracht hätte ich mir in meinen kühnsten Träumen nie vorgestellt.

Abbildung 20: Die letzten Lichtstrahlen fallen über den Bergkamm und erleuchten die einzelne Birke. Wir waren gerade noch rechtzeitig vor Ort, um diese schöne Szene einzufangen.

Abbildung 21: Mit dieser Farbenpracht verabschiedete sich Norwegen von uns. Die Erinnerungen und Eindrücke werden mich sehr lange begleiten und womöglich kommen nächstes Jahr wieder viele neue dazu.

Abbildung 22: Auch mehrere Flüsse durchziehen das Fjell. Ihr kaltes Wasser bildet einen schönen Kontrast zu den warmen Tönen des Abendlichts. Egal in welche Richtung man schaut, man ist immer wieder aufs Neue ins Staunen versetzt.

Abbildung 23: Das Schmelzwasser der Dovrefjell-Gebirgskette speißt die Flüsse im Fjell. Im Hintergrund tront die Snøhetta über dem Nationalpark. Der Fluss wird eingerahmt von den leuchtenden Herbststräuchern.

Abbildung 24: Der Tag im Fjell neigt sich dem Ende, dies ist das letzte Bild unseres Norwegenaufenthaltes. Es ist nun Zeit in die Unterkunft zurück zu kehren und die Koffer zu packen. Möchten Sie den norwegischen Herbst auch einmal so erleben wie wir, dann schauen Sie doch mal bei Floris Smeets und Your Norwegian Nature vorbei. Folgen Sie einfach nur dem Link.

Auch wenn dieser Artikel mit dem letzten Bild unserer Norwegenreise endet, ist unsere Norwegengeschichte noch nicht zu Ende erzählt. Freuen Sie sich auf den dritten und letzten Teil, in dem wir noch ein paar speziellen Bewohnern der beiden Nationalparks Rondane und Dovre nahe gekommen sind. Es warten noch ein paar spannende Begegnungen auf uns...

Fortsetzung folgt...