BULGARIEN • JANUAR 2019 • TEIL 2

Der zweite Teil meiner Reise, führte mich in die Berge des Balkans und in die tiefer gelegenen Eichenwälder Bulgariens. Um dem "Federvieh" treu zu bleiben, lag das Hauptaugenmerk dabei auf den majestätischen Steinadlern. Der Wald bot eine zusätzliche Möglichkeit Kleinvögel zu fotografieren und damit etwas Abwechslung zum Adlerprogramm.

Der Steinadler ist wohl DAS Symbol für Freiheit. Sie gleiten scheinbar mühelos durch die Lüfte und ihre Erhabenheit ist einfach nur atemberaubend. Was auf einer Bergtour wohl kaum gelingt, wurde hier Wirklichkeit, ich kam diesen einzigartigen Greifvögeln sehr nahe und konnte ihr Verhalten aus kürzester Distanz beobachten. Was für ein bewegender Moment!

Abbildung 1: Die Geschlechter lassen sich bei Steinadlern sehr gut unterscheiden. Die weiblichen Tiere (hier rechts im Bild) sind immer deutlich größer als die männlichen. Dementsprechend dominant sind die weiblichen Adler auch an der Beute.

Eure Majestät...

Die monogam lebenden Stienadler bewohnen ein Revier, welches sich in einem Radius von zehn Kilometern um ihr Nest zieht. Elegant und mühelos segeln sie durch ihre Jagdgründe, bis sie ein Beutetier ausgemacht haben. Im Sturzflug können diese Raubvöglel gute 300 Stundenkilometer erreichen. Mit einem Angriff bei einer solch hohen Geschwindigkeit, kann ein Adler sogar eine ausgwachsene Gams von einem Felsvorsprung reißen und somit ihren Absturz erzwingen.

Hauptsächlich zählen Hasen, Füchse, Schakale oder Eichhörnchen zur bevorzugten Jagdbeute. Befindet sich Nachwuchs im Nest, hat bei der Fütterung das zuletzt geborene Kücken meist das Nachsehen. Im Regelfall wird es von seinen stärkeren Geschwistern getötet oder verhungert. Der Kampf ums Überleben ist allgegenwärtig. Die Nester befinden sich in steilen Felswänden, nur wenn diese nicht vorhanden sind, weichen die Tiere auf Bäume aus.

Abbildung 2: Das Adlermännchen wartet geduldg darauf, dass seine Angebetete fertig gefressen hat. Dabei hat er immer das Fotoversteck im Blick und es entgeht ihm nicht die klienste Bewegung.

Abbildung 3: Im Anflug zeigt sich die ganze Pracht des Steinadlers.

Abbildung 4: Der Adler startet in Richtung Beute.

Abbildung 5: In unserem Fall hatte es der Adler nicht weit, er musst nur seine Sitzwarte verlassen und sich auf dem Boden gleich daneben niederlassen.

Abbildung 6: Im goldenen Abendlicht kam das Adlermännchen noch einmal zurück an die Beute.

Abbildung 7: Schlußendlich geht es dann wieder zurück in die Lüfte.

Erhabenheit bis ins hohe Alter...

Wenn der Adler von der Abendsonne angeleuchtet wird, erklärt es sich von selbst, warum die Tiere im Englischen "Golden Eagle" genannt werden. Seit nun mehr 12 Jahren lebt dieses spezielle Adlerpaar in seinem Revier. Nur im Todesfall eines Partners würde sich das andere Tier einen neuen Gefährten bzw. eine Gefährtin suchen. Schätzungen zur Folge können die außergewöhnlichen Greifvögel bis zu 40 Jahre alt werden.

Wo Greifvögel an der Beute sind, ist auch der Kolkrabe nicht weit. Die Klugen Zeitgenossen machen es den größeren Beutegreifern nicht leicht, ein ruhige Mahlzeit einzunehmen. Sie springen um die Adler herum und ziehen sie immer wieder an den Schwanzfedern, ein wahrlich amüsantes Schauspiel. Wirklich aus der Ruhe bringt es die stolzen Adler aber nicht. Für die Raben bleibt immer noch genug übrig, wenn der Adler sich wieder in die Lüfte erhebt.

Abbildung 8: Der männliche Steinadler sitzt auf einer Aussichtswarte. Völlig gelassen sieht er sich um, und ignoriert mit einer gewissen Portion Arroganz die umherfliegenden Kolkraben.

Abbildung 9: Der Kolkrabe harrt im Schneetreiben aus, um sich seinen Teil der Beute zu sichern.

Abbildung 10: Lautstark macht sich der Kolkrabe bemerkbar. Halt der markante Ruf des Kolkraben über die Berghänge, bekomme ich jedes Mal Gänsehaut.

Hier ist was los...

Aus Platzgründen mussten wir uns am Adlerversteck abwechseln, somit ergab sich die Gelegenheit am Kleinvogelversteck zu fotografieren. Diese Location ist nicht weniger interessant wie das Adlervesteck. Unzählige Vogelarten geben sich hier ihr Stelldichein. Kernbeisser, Buntspecht, Eichelhäher und Stieglitz sind nur ein Bruchteil der Besucher an der Vogeltränke.

Mehrere Meisen- und Finkenarten scharten sich an der Futterstelle. Es ergaben sich viele schöne Möglichkeiten, die Tiere in ihrem Sozialverhalten zu beobachten. Hauptdarsteller in diesem Szenario waren mit Abstand die Kernbeisser. Für mich war es das erste Mal, dass ich auch diesen Tieren so nah gekommen bin. Bei näherer Betrachtung zeigte sich mir die besondere Schönheit dieser Vogelart.

Die Hoffnung einen Sperber beim Trinken zu fotografieren, wurde leider nicht erfüllt. Der Greifvogel zeigte sich nur wenige Male in blitzschnellen Überflügen, bei denen kein Foto möglich war.

Abbildung 11: Kernbeißer liefern sich einen Kampf um den besten Platz am Futter.

Abbildung 12: Einen Platz an der Sonne hat sich dieser Kernbeißer gesucht. Er genießt die Sonnenstrahlen, bevor er sich wieder dan Samen am Boden widmet.

Abbildung 13: Das wundervoll gefärbte Gefieder dieser Vögel hat es mir besonders angetan. Mit dem Eichenwald im Hintergrund passt es perfekt Ton in Ton zusammen.

Abbildung 14: Der Buntspecht besuchte die Futterstelle auch sehr häufig. Er war besonders an den Walnüssen interessiert.

Abbildung 15: Nachdem er sich den Bauch mit Nüssen vollgeschlagen hatte, überkam ihn der Durst. Glücklicherweise saß er an der Tränke in der richtigen Position für dieses Foto.

Abbildung 16: Der Bergfink war nur eine der vielen Finken- und Meisenarten, die sich am Kleinvogelversteck blicken ließen.

Seine Gewohnheiten von Zeit zu Zeit zu ändern, ist nicht immer das Schlechteste. Entgegen meiner Tendenz in den Norden zu reisen, war der Ausflug in das winterliche Bulgarien und Griechenland ein voller Erfolg. Bei meinem nächsten Ausflug bin ich jedoch schon wieder in alte Muster verfallen :-).
Begleiten Sie mich in das Reich der Bären und Vielfraße nach Finnland, dort warteten ebenfalls wieder viele spannende Begegnungen auf mich. Seien Sie gespannt auf die pelzigen Gesellen des hohen Nordens.